Welche Heizung einbauen? Der große Vergleich 2026 | Raumtemperatur

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HeizungsvergleichWärmepumpeGas

Welche Heizung einbauen? Der große Vergleich 2026

Wärmepumpe, Gas, Pellet, Wärmenetz — jedes System hat Stärken und Schwächen. Hier vergleichen wir alle Optionen nach Kosten, Förderung, Betriebskosten und Eignung für verschiedene Gebäudetypen.

Gabriel Michels
Gabriel Michels
9 Min. Lesezeit

Rechtsstand: 29.07.2026 · Förderstand: 21.07.2026

Wohngegend mit verschiedenen Dachtypen aus der Vogelperspektive

Die Optionen im Überblick

Stand: 29.07.2026 (GModG) / 21.07.2026 (Förderung). Seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) vom 29.07.2026 stehen alle Heizungsarten gleichrangig zur Wahl — auch Gas- und Ölheizungen. Es gibt keine Pflicht mehr, eine bestimmte Technologie einzubauen. Trotzdem lohnt sich der Vergleich: Förderung, Betriebskosten und CO₂-Abgabe unterscheiden sich erheblich.

HeizsystemKosten (mit Einbau)FörderungBetriebskosten/JahrCO₂-Abgabe
Luft-Wasser-Wärmepumpe25.000–35.000 €30–80%1.500–2.200 €keine
Erdwärmepumpe35.000–50.000 €30–80%1.200–1.800 €keine
Gas-Brennwert8.000–15.000 €keine2.200–3.000 €ca. 250 €/Jahr, tendenziell steigend
Pelletheizung20.000–30.000 €30–70%1.800–2.500 €gering
Wärmenetz5.000–15.000 €30–70%variiertabhängig vom Mix

Wärmepumpe: Der Allrounder

Die Wärmepumpe ist für die meisten Gebäude die wirtschaftlichste und zukunftssicherste Lösung. Sie nutzt Umweltwärme (Luft, Erde oder Grundwasser) und wandelt sie mit Strom in Heizwärme um. Aus 1 kWh Strom werden 2,5 bis 4,5 kWh Wärme.

Vorteile:

  • Niedrigste Betriebskosten aller Heizsysteme
  • Keine CO₂-Abgabe (wird mit steigenden Preisen immer wichtiger)
  • Höchste Förderung (bis zu 80% in der niedrigsten Einkommensstufe, sonst bis zu 70%)
  • Kann im Sommer auch kühlen
  • Wartungsarm (keine Verbrennung, kein Schornstein nötig)

Nachteile:

  • Höhere Anschaffungskosten (vor Förderung)
  • Außeneinheit erzeugt Geräusche (Mindestabstand zum Nachbarn beachten)
  • Effizienz sinkt bei sehr niedrigen Außentemperaturen (bei Luft-Wasser)
  • Benötigt ausreichend Strom-Anschlussleistung

Gasheizung: Günstig in der Anschaffung, teuer auf Dauer

Eine neue Gas-Brennwertheizung ist in der Anschaffung die günstigste Option. Aber: Gas wird durch die steigende CO₂-Abgabe jedes Jahr teurer. Über 15 Jahre kostet eine Gasheizung in den meisten Fällen mehr als eine geförderte Wärmepumpe.

Vorteile:

  • Niedrige Anschaffungskosten
  • Bewährte, einfache Technik
  • Schnelle Installation

Nachteile:

  • Keine Förderung
  • Steigende CO₂-Abgabe (2026: 55–65 €/t; ab 2030 als Spanne von 48–350 €/t, keine Punktschätzung)
  • Abhängigkeit von Gaspreisen
  • Neu eingebaute Gasheizungen unterliegen ab 2029 der Bio-Treppe (§ 43 GModG): steigender Biobrennstoff-Anteil, beginnend bei 10%. Hinzu kommt § 42a GModG — noch keine Quote, sondern ein Auftrag an die Bundesregierung, bis zum 01.12.2026 einen Gesetzentwurf vorzulegen, der Brennstofflieferanten verpflichtet, ab 2045 vollständig auf klimaneutrale Brennstoffe umzustellen. Was auf dem Weg dorthin gilt, ist offen — treffen würde es über den Brennstoffpreis auch Bestandsanlagen.
  • Langfristig nicht zukunftssicher

Pelletheizung: Die Nischenlösung

Pelletheizungen verbrennen Holzpellets und sind CO₂-neutral, solange die Pellets aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen. Sie eignen sich besonders für Häuser mit viel Platz (für das Pelletlager) und hohem Wärmebedarf.

Vorteile:

  • CO₂-neutral bei nachhaltiger Pelletproduktion
  • Hohe Vorlauftemperaturen (gut für Altbau-Radiatoren)
  • Förderfähig (30–50%)

Nachteile:

  • Braucht Pelletlager (5–10 m²)
  • Regelmäßige Aschentsorgung und Wartung
  • Pelletpreise schwanken (2022: Verdreifachung durch Energiekrise)
  • Feinstaubemissionen (Filter nötig in manchen Gemeinden)

Wärmenetz: Die einfachste Lösung — wenn verfügbar

Ein Wärmenetz-Anschluss ist die komfortabelste Option: Kein eigener Kessel, keine Wartung, kein Brennstofflager. Die Wärme kommt per Leitung ins Haus. Die Verfügbarkeit ist aber stark standortabhängig.

Vorteile:

  • Kein eigenes Heizsystem nötig (Platzgewinn)
  • Keine Wartung am Kessel
  • Oft günstig und gut gefördert
  • Zukunftssicher (Wärmenetze werden auf erneuerbare Quellen umgestellt)

Nachteile:

  • Nur verfügbar, wo ein Netz existiert oder geplant ist
  • Langfristige Vertragsbindung
  • CO₂-Bilanz abhängig vom Wärmemix des Netzes

Welche Heizung für welches Gebäude?

GebäudetypEmpfehlungBegründung
Neubau / gut gedämmtWärmepumpe (Luft-Wasser)Niedrige Heizlast, hohe JAZ, maximale Förderung
Altbau mit FußbodenheizungWärmepumpe (Luft-Wasser)Ideale Kombination: niedrige Vorlauftemperatur + hohe Effizienz
Altbau mit RadiatorenWärmepumpe + ggf. einzelne HK tauschenFunktioniert, JAZ etwas niedriger. Teilweiser HK-Tausch verbessert Effizienz
Großer Altbau, unsaniertWärmepumpe oder PelletHohe Heizlast — Pellet bei sehr hohem Wärmebedarf eine Alternative
Innenstadtlage mit WärmenetzWärmenetz-AnschlussWenn verfügbar: einfachste und oft günstigste Lösung

Diese Empfehlungen sind Richtwerte. Die optimale Heizung hängt von deiner konkreten Situation ab: Heizlast, Heizkörpertyp, Dämmung, Platz, Budget und lokale Verfügbarkeit. Unser Energie-Report berechnet das für dein Haus.

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Häufige Fragen

Welche Heizung ist die beste für ein Einfamilienhaus?
Für die meisten Einfamilienhäuser ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe die wirtschaftlichste Wahl: günstig nach Förderung, niedrige Betriebskosten und zukunftssicher. Die optimale Lösung hängt aber von Dämmung, Heizkörpern und Standort ab.
Welche Heizung ist die günstigste?
In der Anschaffung ist eine Gasheizung am günstigsten (8.000–15.000 €). Über 15 Jahre gerechnet ist eine Wärmepumpe mit Förderung in den meisten Fällen günstiger, weil die laufenden Kosten niedriger sind und die CO₂-Abgabe Gas jedes Jahr teurer macht.
Was ist besser: Wärmepumpe oder Pelletheizung?
Wärmepumpen sind wartungsärmer, leiser und haben niedrigere Betriebskosten. Pelletheizungen brauchen ein Lager, regelmäßige Aschentsorgung und sind von Pelletpreisen abhängig. Für die meisten Häuser ist die Wärmepumpe die bessere Wahl.
Kann ich Wärmepumpe und Gas kombinieren?
Ja, eine Hybrid-Lösung ist möglich: Die Wärmepumpe übernimmt die Grundlast, die Gasheizung springt nur an sehr kalten Tagen ein. Als Erfüllungsweg für die Bio-Treppe (§ 43 GModG) zählt sie aber nur unter einer Bedingung: Nach § 43 Abs. 5 muss die Wärmepumpe mindestens 30 % der Leistung des Spitzenlast-Wärmeerzeugers am Teillastpunkt A nach DIN EN 14825 erreichen — im bivalent-alternativen Betrieb mindestens 40 %. Dazu kommen Nachweispflichten ab dem 01.01.2029 für die übrigen Betriebsweisen und nach dem 31.12.2039 für Gebäude ab sechs Wohneinheiten und Nichtwohngebäude. Eine sehr klein ausgelegte Wärmepumpe erfüllt die Vorgabe also nicht. Langfristig ist die Hybrid-Lösung ohnehin teurer als eine reine Wärmepumpe.
Welche Heizung für einen unsanierten Altbau?
Auch im unsanierten Altbau funktionieren Wärmepumpen — mit höherer Leistung und leicht niedrigerer Effizienz. Alternativ: Erst teilsanieren (Dach, oberste Geschossdecke), dann Wärmepumpe. Unser Report berechnet beide Szenarien.
Wärmepumpe mit Heizkörpern — geht das?
Ja. Moderne Wärmepumpen erreichen 65°C Vorlauftemperatur und arbeiten auch mit Radiatoren. Die Effizienz (JAZ) ist etwas niedriger als mit Fußbodenheizung, aber die Betriebskosten sind trotzdem deutlich unter Gas. Ein teilweiser Heizkörpertausch kann die Effizienz weiter verbessern.
Gibt es eine Heizung ohne Nachteile?
Nein. Jedes System hat Trade-offs: Wärmepumpen brauchen Strom und Platz, Pelletheizungen brauchen ein Lager, Gas wird durch CO₂-Abgabe teurer, Wärmenetze sind ortsabhängig. Die beste Heizung ist die, die zu deinem Haus passt.
Wie finde ich heraus, welche Heizung zu meinem Haus passt?
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