Sanierungsfahrplan iSFP 2026: Kosten, Förderung & wann er sich lohnt | Raumtemperatur

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Sanierungsfahrplan (iSFP) 2026: Was er kostet, was er bringt und wer ihn braucht

Der iSFP bringt 5 Prozentpunkte Extra-Förderung auf Maßnahmen an der Gebäudehülle — nicht auf die Heizung. Was er kostet (Eigenanteil 400–650 €), wie er abläuft und wann er sich wirklich lohnt.

Gabriel Michels
Gabriel Michels
6 Min. Lesezeit

Rechtsstand: 29.07.2026 · Förderstand: 21.07.2026

Wer ein älteres Haus sanieren will, steht schnell vor einer unübersichtlichen Liste: Dach dämmen, Heizung tauschen, Fenster erneuern, Fassade sanieren. Was kommt zuerst? Was bringt am meisten? Und wie bekommt man maximale Förderung? Genau dafür gibt es den individuellen Sanierungsfahrplan — kurz iSFP. Dieser Artikel erklärt, wie er funktioniert, was er kostet und wann er sich lohnt.

Was ist ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)?

Der iSFP ist ein staatlich gefördertes Beratungsdokument, das von einem qualifizierten Energieberater für dein spezifisches Gebäude erstellt wird. Er zeigt:

  • Den aktuellen energetischen Zustand deines Hauses
  • Welche Sanierungsmaßnahmen empfohlen werden
  • In welcher Reihenfolge sie sinnvoll sind
  • Welche Einsparungen und Förderungen jeweils zu erwarten sind
  • Einen Zielstandard (oft Effizienzhaus 55 oder 70)

Der entscheidende Unterschied zu einer normalen Energieberatung: Wer einen iSFP hat, bekommt bei geförderten Einzelmaßnahmen (KfW/BAFA) einen iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten zusätzlich.

Wann lohnt sich der iSFP besonders?

Ein iSFP rechnet sich vor allem, wenn:

  • Du mehrere Maßnahmen über die nächsten Jahre planst (Heizung, Dämmung, Fenster)
  • Dein Haus älter als 1980 ist und einen schlechten Energiestandard hat
  • Du eine umfangreiche Sanierung mit KfW-Komplettsanierung (Effizienzhaus) anstrebst
  • Du dir unsicher bist, welche Maßnahme zuerst sinnvoll ist

Bei einem einzelnen geplanten Schritt (z. B. nur Heizungstausch) ist der Mehrwert geringer — der Bonus ist dann der Hauptanreiz.

Der iSFP-Bonus: Wie viel Mehrförderung bringt er?

Hier wird es oft verwechselt, deshalb zuerst die wichtigste Unterscheidung: Es gibt zwei getrennte Programme, und der iSFP-Bonus wirkt nur in einem davon.

  • Heizungstausch läuft über die KfW (Programm 458). Hier gibt es keinen iSFP-Bonus — und der iSFP erhöht auch die förderfähigen Kosten nicht.
  • Maßnahmen an der Gebäudehülle und Anlagentechnik (Dämmung, Fenster, Lüftung) laufen über die BAFA (BEG Einzelmaßnahmen). Nur hier bringt der iSFP die 5 Prozentpunkte extra — und verdoppelt zusätzlich die förderfähigen Kosten von 30.000 € auf 60.000 €.
MaßnahmeProgrammGrundförderungMit iSFP-Bonus
Wärmepumpe (Grundförderung)KfW 45830 %30 % — kein iSFP-Bonus
Wärmepumpe + Klimageschwindigkeitsbonus (16 %)KfW 45846 %46 % — kein iSFP-Bonus
DämmmaßnahmenBAFA BEG EM15 %20 %
Fenster / TürenBAFA BEG EM15 %20 %
LüftungsanlageBAFA BEG EM15 %20 %

Förderstand: 21.07.2026.

Wichtig: Der Klimageschwindigkeitsbonus ist seit der BEG-Reform vom 21.07.2026 nicht mehr fix — er sinkt halbjährlich gestaffelt und liegt ab 01.08.2028 bei 0 %. Je später du beantragst, desto niedriger fällt dieser Baustein aus.

Der eigentliche Hebel des iSFP liegt also bei der Gebäudehülle: Bei 40.000 € Dämmkosten bringt der Bonus +5 Prozentpunkte, also 2.000 € mehr Förderung — für eine Beratung, die dich nach BAFA-Förderung selbst vielleicht 100–200 € gekostet hat. Dass die förderfähigen Kosten auf 60.000 € steigen, ist bei umfangreichen Sanierungen oft sogar noch mehr wert.

Was kostet die iSFP-Erstellung?

Die Energieberatung für Wohngebäude wird vom BAFA mit 50 % der förderfähigen Beratungskosten gefördert, gedeckelt auf 650 € für Ein- und Zweifamilienhäuser und 850 € für Wohngebäude ab drei Wohneinheiten.1 In der Praxis sieht das so aus:

BeraterhonorarBAFA-Zuschuss (50 %, gedeckelt)Dein Eigenanteil
800 €400 €400 €
1.000 €500 €500 €
1.200 €600 €600 €
1.500 €650 € (Deckel)850 €

Ab einem Honorar von 1.300 € greift bei Ein- und Zweifamilienhäusern der Deckel: Jeder Euro darüber geht vollständig zu deinen Lasten. Bei einer Eigentümergemeinschaft kommen einmalig bis zu 250 € dazu, wenn die Ergebnisse in der Eigentümerversammlung vorgestellt werden.1

Korrektur vom 25.08.2026: Eine frühere Fassung dieses Artikels nannte 80 % und maximal 1.300 € und wies den Eigenanteil dadurch mit 160–240 € aus. Das waren die Konditionen vor dem 06.08.2024. Der tatsächliche Eigenanteil liegt für ein Einfamilienhaus eher bei 400–650 €.

Wichtig: Die BAFA-Förderung für die Beratung und der iSFP-Bonus auf Sanierungsmaßnahmen sind zwei separate Förderungen — beide können kombiniert werden.


Welche Heizung passt zu deinem sanierten Haus — und wie viel Förderung bekommst du?

Der kostenlose Raumtemperatur Energie-Report berechnet in 3 Minuten: Welche Heizung für dein Gebäude sinnvoll ist, was sie über 15 Jahre kostet und wie hoch deine KfW-Förderung ausfällt. Den iSFP-Bonus rechnen wir bewusst nicht ein — er gilt für Dämmung, Fenster und Lüftung über die BAFA, nicht für den Heizungstausch über die KfW.

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Wie läuft die iSFP-Erstellung ab?

  1. Energieberater aus dena-Expertenliste suchen — geförderte Beratung gibt es nur von dort eingetragenen Fachleuten
  2. Vor-Ort-Termin — der Berater besichtigt dein Gebäude (ca. 2–4 Stunden)
  3. Analyse und Berechnung — der Berater erstellt die Bedarfsrechnung und entwickelt Szenarien
  4. iSFP-Dokument — du bekommst ein 20–40-seitiges PDF mit Empfehlungen, Reihenfolge und Förderübersicht
  5. BAFA-Antrag stellen — du beantragst die Förderung für die Beratungskosten über das BAFA-Portal

Die gesamte Erstellungszeit beträgt typischerweise 4–8 Wochen.

Welche Maßnahmen empfiehlt ein iSFP typischerweise?

Die Reihenfolge variiert je nach Gebäude, aber es gibt eine häufig empfohlene Logik:

Schritt 1 — Gebäudehülle dichten: Dachdämmung und Kellerdeckendämmung zuerst — günstig, schnell, wenig Aufwand. Reduziert den Heizbedarf sofort.

Schritt 2 — Heizung modernisieren: Wenn die Hülle besser ist, kann die neue Heizung kleiner dimensioniert werden. Eine Wärmepumpe nach Dämmung ist effizienter als davor.

Schritt 3 — Fenster und Türen: Hoher Aufwand, moderate Einsparung. Sinnvoll, wenn Fenster ohnehin erneuert werden müssen.

Schritt 4 — Fassade: Teuerste Einzelmaßnahme. Lohnt sich besonders bei massiver Außendämmung von Altbauten.

Wichtig: Wer die Heizung zuerst tauscht und erst später dämmt, dimensioniert sie oft zu groß — und zahlt mehr für eine Anlage, die dann überdimensioniert ist. Der iSFP verhindert diesen häufigen Fehler.

iSFP vs. normale Energieberatung: Was ist der Unterschied?

Normale EnergieberatungiSFP
Staatliche FörderungJa (BAFA)Ja (BAFA, höher)
MaßnahmenreihenfolgeOptionalPflicht
Bonus auf EinzelmaßnahmenNein+5 %
Anerkannt für KomplettsanierungTeilweiseJa
Zeitaufwand1–2 Wochen4–8 Wochen

Fazit: iSFP lohnt sich fast immer — besonders bei mehreren geplanten Maßnahmen

Der individuelle Sanierungsfahrplan kostet dich nach BAFA-Förderung typischerweise 400 bis 650 € Eigenanteil. Dafür bekommst du eine maßgeschneiderte Sanierungsroadmap und 5 Prozentpunkte mehr Förderung auf jede Maßnahme an der Gebäudehülle.

Für die Heizung selbst bringt der iSFP keinen Bonus — das läuft über die KfW 458, und dort gibt es den Aufschlag nicht. Wer ausschließlich die Heizung tauschen will, hat vom iSFP finanziell nichts. Der Hebel liegt bei Dämmung, Fenstern und Lüftung, und er lohnt sich ab einem Dämmvolumen von rund 10.000 €: Darunter ist der Bonus kleiner als der Eigenanteil an der Beratung.

Wer nur eine Maßnahme plant und schnell handeln will, kann auch ohne iSFP fördern lassen. Wer mehrere Schritte über die nächsten Jahre plant, sollte den iSFP als erstes angehen — vor der ersten Maßnahme.

Weiterführende Artikel: Heizungsförderung 2026 im Überblick · GModG 2026: Was aus dem Heizungsgesetz geworden ist

Footnotes

  1. BAFA, Bundesförderung der Energieberatung für Wohngebäude: 50 % der förderfähigen Beratungskosten, maximal 650 € für Ein- und Zweifamilienhäuser und 850 € für Wohngebäude ab drei Wohneinheiten; zusätzlich bis zu 250 € für die Vorstellung der Ergebnisse in einer Eigentümerversammlung. Fassung zuletzt geändert am 06.08.2024 (Bundesanzeiger). BAFA — Energieberatung für Wohngebäude. 2

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Häufige Fragen

Was kostet ein Sanierungsfahrplan (iSFP)?
Das Beraterhonorar liegt je nach Gebäudegröße und Berater typischerweise zwischen 800 und 1.500 €. Das BAFA übernimmt davon 50 %, gedeckelt auf 650 € bei Ein- und Zweifamilienhäusern und 850 € ab drei Wohneinheiten. Dein Eigenanteil liegt damit in der Regel bei 400 bis 650 €.
Muss ich alle Maßnahmen aus dem iSFP umsetzen?
Nein. Der iSFP ist eine Empfehlung, keine Verpflichtung. Du kannst einzelne Schritte in beliebiger Reihenfolge oder gar nicht umsetzen — der Bonus gilt trotzdem für die Maßnahmen, die du durchführst.
Wer darf einen iSFP erstellen?
Nur Energieberater aus der Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena). Architekten, Ingenieure und Handwerksmeister können sich dort eintragen lassen, sofern sie die nötige Qualifikation nachweisen.
Lohnt sich der iSFP auch ohne sofortige Sanierung?
Ja — besonders dann. Wer heute weiß, welche Maßnahme zuerst kommt, vermeidet teure Fehlinvestitionen. Wer z. B. zuerst die Heizung tauscht und erst später dämmt, dimensioniert sie möglicherweise zu groß.